“All Hands And Hearts” – ein humanitäres Projekt in Nepal, bei dem  Alexander mitarbeitet.

 

Hallo zu Hause im kalten Europa,

hier meine ersten Eindrücke vom Hilfseinsatz in Nepal.
Der Flug nach Doha mit dem Airbus A380 war relativ angenehm, da für meine Beine zur Seite hin ausreichend Platz war. Das Flugzeug ist recht leise und die Sitze annehmbar.
Das Umsteigen war problemlos, und der Flug nach Kathmandu erschien mir kurz.
Nach der Landung musste man für das Visum anstehen, dann den Koffer abholen, so weit so gut.
Die Taxifahrer sind die gleichen Strolche wie in Marokko, für Touristen haben sie andere Preise. 
Da hilft nur hart verhandeln oder zahlen. Ich habe mich für einen Mittelweg entschieden, mich mit dem Taxi zu den Sumo, eine Art Geländewagen-Taxi, direkt von Kathmandu zur Base von “All Hands And Hearts” fahren lassen. Es hat mich 3000 Rupien, ca. 30€, gekostet.  Dafür war ich der einzige Fahrgast. Andere hatten noch 8 bis 10 Mitfahrer. 
Die Fahrt war abenteuerlich,  der Verkehr chaotisch, die Straßen eine Ansammlung von Schlaglöchern und Dreck.
Für 80 km haben wir 4 Stunden gebraucht. 
Die Ankunft war problemlos,  ich habe mein Zelt aufgebaut,  dann war das abendliche Meeting,  Abendessen,  dann hundemüde ab ins Bett.
Am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück ging’s auf die Baustelle. Hier haben wir den ganzen Tag Fundamente betoniert. 
Wie die Ameisen  – bis auf das Mischen in einem großen Mischer alles von Hand. 
Am nächsten Tag wurde schon mit dem Mauern angefangen. 
Am Mittwoch haben wir noch ein zusätzliches Projekt angefangen. 
Es wird für die Wasserversorgung ein kleiner Hochbehälter mit 20 cbm Fassungsvermögen gebaut. Die Bauweise ist interessant. Wir heben mit der Hand die Baugrube aus, dann betonieren wir die Bodenplatte,  die Wände des Rundbehälters werden nicht eingeschalt, sondern  die einlagige Bewehrung aus Rundstahl wird mit Zaundraht wie für Hühner oder Hasen überspannt und dann mit Zementputz beidseitig zugeputzt.
Darauf bin ich gespannt. 
Die Nepalesen, die mit uns arbeiten, sind alle sehr freundliche und nette Menschen. Zudem arbeiten sie sehr fleißig und hart. Die Freiwilligen arbeiten auch alle so gut, wie sie können,  manche von ihnen hatten noch nie eine Schaufel in der Hand. 
Am Nachmittag, wenn es am wärmsten ist, lässt natürlich bei allen,  einschließlich mir, die Leistungsfähigkeit nach. Die Trinkpausen nimmt man dann natürlich gerne wahr. 
Die meist vegetarische Verpflegung, bestehend aus Reis, Nudeln,  verschiedenem Gemüse und scharfer Soße, ist gut und reichlich.
Heute, am Samstag, der hier wie bei uns der Sonntag ist, waren wir in der Stadt Hetauda. Es waren einige Geschäfte offen, einfache Läden von der Größe einer Garage, zur Straße offen, darin die Waren aufgestapelt bis zur Decke. Die Händler eher zurückhaltend,  kein Vergleich zu den arabischen  bzw. afrikanischen  Verkäufern. 
Gehandelt wird natürlich auch. Auch in Hetauda chaotischer Verkehr, Lärm, Gestank  und Staub.
Die Bevölkerung ist sehr freundlich, natürlich wird man als Europäer bzw. Weißer manchmal angestarrt, es mag auch an meiner Größe liegen. 
Ich fühle mich hier im warmen tropischen Klima wohl. Die vielseitige Bewegung beim Arbeiten tut mir gut, und meine Kondition, die nach den verschiedenen Malaisen dahin war, hat sich schon gebessert. 
Meine Kollegen und Kolleginnen kommen überwiegend aus Amerika, ich bin der einzige Deutsche, ein Schweizer, 2 Franzosen, weitere aus Hongkong,  Malaysia,  Indien, Irland,  England,  Polen,  Portugal,  also eine bunt gemischte fröhliche Truppe. 
Anbei ein paar Bilder, nächste Woche mehr.
Ganz herzliche Grüße und einen schönen Sonntag
Alex